#1 2020-09-05 02:29:37

Jorgedricy
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From: Malaysia
Registered: 2020-08-30
Posts: 72

Hast Du noch Fragen zur Fotografie des Sternenhimmels

Ich liebe es, bei Nacht zu fotografieren.
Der Sternenhimmel mit seinen Sternschnuppen, der Milchstraße und den Sternbildern bietet ein faszinierendes Fotomotiv.
Einen Sternenhimmel zu fotografieren ist allerdings nicht ganz einfach.
Hast Du Lust bekommen Sterne zu fotografieren und willst wissen, wie das genau geht.
Dann bist Du hier richtig.
Die folgenden Tricks und Kniffe helfen Dir, gute Fotos vom Sternenhimmel zu machen.
1.
Wähle die richtige Kamera Ja, es gibt unendlich viele Kameras zu kaufen und noch viel mehr Kamera-Einstellungen wollen beherrscht werden.
Für gute Nachtfotos eignen sich nicht alle Kameras.
Wichtig für die richtige Wahl sind vor allem das Objektiv und der Bildsensor.

Das richtige Objektiv Du kannst auf dem Objektiv zwei Kennzahlen ablesen

Das sind zum einen die Blendenöffnung („F-Wert“) und zum anderen die Brennweite (Zoom).
Diese Zahlen sind besonders wichtig, um den Sternenhimmel zu fotografieren.
Kameraobjektiv F-Wert und Brennweite Die Blendenöffnung („F-Wert“) Je kleiner der „F-Wert“ ist, umso größer ist die maximale Blendenöffnung.
Je größer die Blendenöffnung ist, desto mehr Licht kann durch das Objektiv auf den sog.
Bildsensor der Kamera gelangen.
Mehr Licht auf dem Bildsensor bedeutet, dass die Sterne auf dem Foto gut sichtbar sind.
Geeignete Blendenöffnung wählenAchte bei der Wahl der Kamera darauf, dass sie ein Objektiv mit einem „F-Wert“ von unter 2 besitzt.
Hier verschiedene Kamerabeispiele, deren Blendenöffnung („F-Wert“) zum Fotografieren des Sternenhimmels geeignet bzw.
ungeeignet ist: Standard „Reise-Zoomer“ Kameras  Canon SX720 HS Mit F 3.3 ungeeignet Sensor mit 1/2,3 Zoll ungeeignet    Sony HX90 Mit F 3.5 ungeeignet Sensor mit 1/2,3 Zoll ungeeignet    Lumix DMC-TZ71 Mit F 3.3 ungeeignet Sensor mit 1/2,3 Zoll ungeeignet   Hochwertige Kompakt-Kameras  Canon G7 X II Mit F 1.8 gut geeignet Sensor mit 1 Zoll geeignet    Sony RX100V Mit F 1.8 gut geeignet Sensor mit 1 Zoll geeignet    Lumix DMC-LX15 Mit F 1.4 sehr gut geeignet Sensor mit 1 Zoll geeignet   Objektive für Spiegelreflex-Kameras  Sigma 18-35mm Mit F 1.8 gut geeignet    Sony 24mm Mit F 1.8 gut geeignet    Sigma 35mm Mit F 1.4 sehr gut geeignet    Ich selbst bin ein großer Fan der Sony RX100 Kompakt-Kamera.
Diese hat eine maximale Blendenöffnung von 1,8.
Das ist recht gut, wenn man bedenkt, dass die Standardobjektive von Spiegelreflexkameras meist eine maximale Blendenöffnung von 3,5 haben.
Alle Nachtfoto, die Du in diesem Artikel siehst, habe ich mit der Sony RX 100 II bzw.
IV gemacht.
Die Brennweite (Zoom) Neben der Blendenöffnung („F-Wert“) kannst Du auf dem Objektiv die Brennweite ablesen.
Die Brennweite definiert den Bildausschnitt, der auf Deinen Fotos sichtbar ist.
Eine Brennweite mit einem kleinen Wert ( Der Bildausschnitt ist relativ groß, die Kamera kann mehr erfassen, als das menschliche Auge sehen kann.
Eine Brennweite mit einem großen Wert (> 100 mm) – eine sog.
lange Brennweite – bedeutet, der erfasste Bildausschnitt ist kleiner und vergrößert (er wirkt wie rangezoomt).
Auf den Zoom-Objektiven ist die Brennweite in einem „von – bis“ Bereich angegeben.
Festbrennweiten-Objektive (ohne Zoom) haben eine festgelegte Brennweite.
Wähle für die Fotografie des Sternenhimmels eine kleine Brennweite, damit der Weitwinkel so groß wie möglich ist.
Das ist wichtig, damit das Foto wirken kann.
Mit einem Weitwinkel kannst Du das beeindruckende Sternenhimmel-Panorama auf ein Foto bekommen.
Eventuell sogar noch Bäume oder Häuser am Rande des Fotos.
Nur so kann das Bild wirken.
Andernfalls siehst Du ein paar helle Punkte – mehr nicht.
Geeignete Brennweite wählenAchte bei der Wahl der Kamera auf eine Brennweite von  Bei dieser mm-Angabe handelt es sich um einen sog.
„Standard“-Wert (Kleinbildformat-Äquivalente Brennweite).
Lass Dich nicht verwirren, wenn auf Deinem Objektiv eine kleinere Brennweite angegeben ist.
Auf meiner Sony RX 100 IV steht z.B.
8,8 – 25,7 mm.
Das bedeutet nicht, dass ich einen MEGA-Weitwinkel habe, sondern lediglich, dass der Wert anders berechnet wurde (lass uns hier nicht ins Detail gehen, das würde wirklich zu weit führen).
Um auf den oben genannten Standard-Wert ( Der richtige Bildsensor Der Bildsensor der Kamera wandelt Licht in digitale Bildinformationen um.
Dieser kann verschieden groß und empfindlich sein.

Für die Fotografie des Sternenhimmels benötigst Du einen empfindlichen

d.h.
großen Bildsensor, damit dieser mit wenig Licht (bekanntlich ist davon in der Nacht wenig vorhanden) ein brauchbares Bild erzeugt – sonst siehst Du schwarz.
Geeigneten Bildsensor wählenDer Bildsensor sollte für die Fotografie des Sternenhimmels größer als 1 Zoll sein.
Lagerfeuer-Romantik unterm Sternehimmel  Exkurs zum sog.
ISO-Wert Der ISO Wert wird Dir weiter unten bei den Kamera-Einstellungen nochmals über den Weg laufen.
Deswegen hier in aller kürze die wichtigsten Infos dazu.
Die Empfindlichkeit des Sensors wird durch die sog.
ISO Kennzahl definiert.
Der Standardwert von 100 ist für Aufnahmen bei Tageslicht geeignet und wird von allen Kameras unterstützt.

Zum Fotografieren des Sternenhimmels benötigst Du einen hohen ISO Wert

Damit wird die Empfindlichkeit des Bildsensors gegenüber dem Licht erhöht, so dass Aufnahmen hell genug werden.
Wo sehr empfindliche Bildsensoren ISO Werte bis 409.600 erreichen, kommen die meisten Kameras nicht über 6.400 hinaus – was für die Fotografie des Sternehimmels für Dich völlig ausreichend ist.
Hohe ISO Werte verschlechtern allerdings die Bildqualität durch sog.
Rauschen – das Bild wird verpixelt.
2.
Sorge für eine gute Fixierung Im Dunkeln muss Deine Kamera für ein ausreichend belichtetes Foto mehr Licht einsammeln als tagsüber.
Das bedeutet, die Belichtungszeit ist nachts viel länger als bei Tag.

Während der Belichtungszeit musst Du ganz ruhig halten

um ein scharfes Foto aufzunehmen.
Nachts ist es eigentlich unmöglich, Deine Hand entsprechend lange still zu halten.

Den Sternenhimmel kannst Du eigentlich nicht „aus der Hand“ fotografieren

Hierfür benötigst Du ein stabiles Stativ.
Nutze, wenn möglich, eine (Kabel) Fernbedienung, um die Kamera beim Drücken des Auslösers nicht zu berühren.
Wenn Du keine Fernbedienung hast, nutze einfach den Selbstauslöser.
Die meisten Kameras haben einen Selbstauslöser mit 10 Sekunden und einen mit 2 Sekunden Verzögerung.
Letztere ist ideal zum Fotografieren des Sternenhimmels.
3.
Wähle die richtige Kameraeinstellung Die Frage nach DER EINEN RICHTIGEN Kameraeinstellung kann leider nicht pauschal beantwortet werden – wäre ja auch zu einfach.
Es gibt drei Einstellungen, .

Die Du für das Fotografieren des Sternenhimmels vornehmen musst

Die Blendeneinstellung Die Blende sollte immer auf den kleinstmöglichen Wert eingestellt werden.
Stelle also Dein Objektiv, das einen „F-Wert“ von z.B.
1,8 ermöglicht, auch auf 1,8 ein.
Die Belichtungszeit Jede Kamera hat eine minimale und eine maximale Belichtungszeit, abhängig von der maximalen Blendenöffnung („F-Wert“) und der Empfindlichkeit des Bildsensors Deiner Kamera.
Je größer der „F-Wert“ Deines Objektives ist.

Desto länger musst Du die Belichtungszeit einstellen

sonst wird das Bild zu dunkel.
Für die Fotografie des Sternenhimmels sind mindestens ein paar Sekunden für eine gute Belichtung nötig.
Allerdings sollte die maximale Belichtungszeit nicht länger als 30 Sekunden sein, denn aufgrund der Erdrotation werden sonst Sterne zu Sternspuren.
Sternspuren (Belichtungszeit ca.
30 Minuten) Die ISO-Einstellung Eine gute ISO-Einstellung musst Du an Deiner Kamera selbst austesten.
Es gilt ein Mittelmaß zwischen zu dunklen Fotos und zu stark verrauschten Fotos zu finden.
Fange am besten bei einem ISO-Wert von 1.600 an und erhöhe diesen, wenn das Foto des Sternenhimmels zu dunkel ist.
Da zu hohe ISO Werte die Bildqualität durch sog.
Rauschen verschlechtern, solltest Du den ISO Wert schrittweise erhöhen.
Bis Du eine für Deine Kamera geeignete Einstellung gefunden hast.
Info zum Zoom Wenn Deine Kamera einen eingebauten Zoom hat, .

Solltest Du ihn für die Fotografie des Sternenhimmels nicht nutzen

Je größer der Weitwinkel ist, desto größer ist der fotografierte Bildausschnitt und umso mehr Sterne kannst Du auf das Foto bringen.
Bei den meisten Objektiven verringert sich die Blendenöffnung, je weiter gezoomt wird.
Dadurch wird eine längere Belichtungszeit notwendig.
Mit der Sony RX100 fotografiere ich bei einem absolut dunklen Sternenhimmel in der Regel 30 Sekunden lang mit Blende 1.8 und ISO 6.400.
Das dabei entstehende Rauschen entferne ich weitestgehend mit Adobe LightRoom.
4.
Den richtigen Fotospot finden Keine Lichtquelle Jede noch so kleine Lichtquelle kann beim Fotografieren des Sternenhimmels dafür sorgen, dass weniger Sterne auf dem Foto sichtbar werden.
Hast Du die Möglichkeit eine vorhandene Lichtquelle auszuschalten oder abzudecken, dann solltest Du dies tun.
Ideal sind Standorte, die weit ab von Städten liegen.
Denn selbst kurz außerhalb einer Stadt ist die „Lichtverschmutzung“ oft noch so groß, dass nur die hellsten Sterne sichtbar sind.
Die besten Fotospots finden sich in der Regel mitten in der Natur.
Die Atacama-Wüste in Chile, das Wadi Rum in Jordanien, Neuseeland und Patagonien sind nur ein paar Beispiele von Orten, die ich selbst schon bereist und die einen atemberaubenden Sternenhimmel zu bieten haben.
Neuseeland – Vorfreude auf einen perfekten Sternehimmel Achte auf den Mond Der Mond ist oft sehr hell und stört die Aufnahme eines Sternenhimmels.

Daher solltest Du Dich vorher erkundigen

in welcher Mondphase Du den Mond am Nachthimmel sehen kannst und wann er auf- bzw.
untergeht.
Die meisten Wetter-Apps zeigen Dir diese Informationen an.
Möchtest Du es allerdings ganz genau wissen, dann kann ich Dir die App LunaSolCal empfehlen.
Sie gibt neben den Auf- und Untergängen des Mondes auch die Dämmerungszeiten an.
Mit dem sog.
astronomischen Dämmerungsende weißt Du genau, wann es wirklich richtig dunkel ist und wann Du somit am besten die Sterne fotografieren kannst.
Prüfe den Wetterbericht Das Wetter spielt beim nächtlichen Fotografieren natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle.
Eine klare Nacht ist die Voraussetzung, dass das Foto am Ende wirkt.
Selbst leichte Schleierwolken verdecken bereits zahlreiche Sterne.
Suche Dir einen Spot tagsüber Wenn Du alle bisher genannten Tipps beachtest, kann fast nichts mehr schiefgehen.
Außer Du findest Dich in der absoluten Dunkelheit nicht mehr zurecht.
Suche Dir am besten einen geeigneten Fotospot bereits bei Tageslicht aus.
Hast Du noch Fragen zur Fotografie des Sternenhimmels.
Dann schreibe uns diese gerne in den Kommentaren.
Ansonsten: Packe Dein Stativ ein und schaue nachts öfters mal nach oben.

Vielleicht fotografierst Du den Sternenhimmel schon heute Nacht

The post Wie Du den Sternenhimmel richtig fotografierst – Eine Anleitung appeared first on Der Familien-Reisblog und Wanderblog.
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